Hämorrhoiden - Allgemeine Informationen

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Wie werden Hämorrhoiden behandelt?

Die Behandlung ist abhängig vom Stadium der Erkrankung (Empfehlungen Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie). Prinzipiell gibt es nicht-chirurgische (konservative) und chirurgische Behandlungsmöglichkeiten. Weiterführende Links zur Therapie: Leitlinien unter www.awmf-leitlinien.de/, Gesellschaft für Koloproktologie: www.koloproktologie.org/dgk/etap/

a) Allgemeine Maßnahmen:
Zur Vermeidung von Hämorrhoiden sowie zur Unterstützung der Behandlung sind folgende Maßnahmen sinnvoll:

  • ballaststoffreiche Ernährung
  • genügende Flüssigkeitszufuhr in Form von Getränken wie Wasser
  • ausgeprägtes Pressen beim Stuhlgang vermeiden
  • keine Abführmittel verwenden
  • angemessene Analhygiene (keine Seifen, Feuchttücher oder Kosmetika verwenden, sondern lauwarmes Wasser)
  • vorsichtiges Abtrocknen des Analbereiches ohne Rubbeln und Reiben

b) Nicht-chirurgische Therapiemöglichkeiten:

Ziel ist es das breite Spektrum von Symptomen wie Schmerz, Brennen, Juckreiz, Entzündung, Schwellung und Sekretion zu beeinflussen. Sie finden in allen Stadien Anwendung. Inhaltsstoffe sind häufig Lokalanästhetika, Adstringentien, Escherichia coli- Kultur-Suspensionen und Antiphlogistika.
Je Lokalisation der Entzündung werden Cremes, Salben, Zäpfen oder Zäpfchen mit Mulleinlage (sogenannte Analtampons) verordnet. Salben haben eine festere Konsistenz und sind für trockene Haut gut geeignet. Cremes sind im Vergleich dazu flüssiger. Zäpfchen oder Analtampons werden in den Enddarm eingeführt und bevorzugt für Entzündungen im Enddarm oder Analkanal verwendet. Für den Analkanal eignen sich ins besondere Analtampons damit das Zäpfchen nach einführen im analen Kanal verbleibt und nicht tief in den Enddarm rutscht. Wichtig ist, dass die Maßnahmen nur die Beschwerden des Hämorrhoidalleidens behandeln und nur bei Hämorrhoiden im Anfangsstadium länger wirken können!

Eine häufige Nebenwirkung der Präparate ist Brennen nach der Applikation, was jedoch meist durch die gereizte Haut bedingt ist. hier kein Absatz Ein weiteres Problem ist der Erwerb eine sog. Kontaktallergie (Typ-IV-Sensibilisierung) gegenüber den vielfältigen Inhaltsstoffen von Hämorrhoidalsalben, -cremes oder Zäpfen. Diese kann sowohl gegen den Wirkstoff als auch gegen andere Bestandteile gerichtet sein. Häufig werden Kontaktallergien gegen den Wirkstoff Bufexamac beobachtet. Patienten mit Anogenitaldermatosen zeigen im Vergleich zu Kontrollgruppen eine höhere Sensibilisierungshäufigkeit von 3,5%.
Kortikosteroidhaltige Präparate sollten nur kurzfristig unter fachärztlicher Kontrolle benutzt werden, um das dauerhafte Auftreten der typischen Nebenwirkungen wie z.B. Hautverdünnung oder Gefäßbrüchigkeit zu vermeiden.

Wirkstoff

Handelsname

Darreichungsform

1. kortisonfreie Präparate

Bufexamac, basisches Bismutgallat, Titandioxid, Lidocain

Faku akut

Salbe, Zäpfchen

Policresulen, Cinchocain

Faktu

Salbe, Zäpfchen

Bufexamac, basisches Bismutgallat, Titandioxid, Lidocain

Mastu

Salbe, Zäpfchen

Nitroglycerin

Rectogesic

Salbe

Bufexamac, Lidocain

Rectosellan

Creme, Zäpfchen

Bufexamac, basisches Bismutgallat, Titandioxid, Lidocain

HAEMO-Exhirud Bufexamac

Creme, Zäpfchen

Lidocain

LidoPosterine Salbe; Zäpfchen

Salbe, Zäpfchen

2. kortisonhaltige Präparate

Hydrocortisonacetat

Posterisan corte

Salbe, Zäpfchen

Flucortolonpivalat, Lidocain

Doloproct

Creme, Zäpfchen

Fluocinonid, Lidocain

Jelliproct

Salbe, Zäpfchen

Prednisolonacetat, Bismut, Zinkoxid

Bismolan-H Corti

Salbe, Zäpfchen

Ergänzende lokaltherapeutische Behandlungsmöglichkeiten:


  • antiseptische Sitzbäder z.B. mit Kaliumpermanganat oder Gerbstoffen in lauwarmen Wasser für ca. 10 Minuten

c) Chirurgische Therapiemöglichkeiten

Die chirurgischen Behandlungen sollten von proktologisch erfahrenen Dermatologen, Chirurgen oder Gastroenterologen durchgeführt werden. Die meisten Eingriffe werden ambulant ohne Betäubung durchgeführt mit Hilfe eines Proktoskopes. Nach allen Eingriffen kann es vorübergehend für 1-5 Tage zu leichten analen Nachblutungen, eventuell Schmerzen und „Stuhldrang“ kommen.
  • Sklerosierung
    (Verödung, ähnlich wie bei Krampfadern an Beinen): ab Hämorrhoiden I. Grades kann ca. 5-7 x in 2-3 wöchigen Abständen eine Injektion von Sklerosierungsmitteln (z.B. mit Polidocanol 0,3 ml) unter proktoskopischer Sicht erfolgen. Danach kommt durch eine Entzündungsreaktion mit Vernarbung zu einer „Schrumpfung“ der Hämorrhoiden.

  • Gummiringligatur:
    ab Hämorrhoiden II. Grades kann alle 3-4 Wochen unter proktoskopischer Sicht ein kleiner Gummiring im Bereich der Hämorrhoidalknoten gesetzt werden. Das abgeschnürte Gewebe fällt ab und wird mit dem Stuhl ausgeschieden.

  • Hämorrhoidektomie:
    bei großen Hämorrhoiden ab Grad III oder IV wird eine operative Entfernung der vergrößerten Hämorrhoidalknoten meist durch einen Chirurgen in Vollnarkose oder „Teilnarkose“ (Spinalanästhesie) durchgeführt.


Weitere Information:

New Supplement:

The Diagnosis and Management of Haemorrhoidal Disease from a Global Perspective
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